Zeitumstellung…? Wissenswertes mit Eselsbrücke!

Heute morgen gab es bei der Arbeit Probleme mit dem Zeitsystem, das unsere Arbeitszeiten erfasst. Statt 7.40 Uhr zeigte es schon 8.40 Uhr. Die EDV-Abteilung arbeitet fieberhaft an dem Problem, das sich niemand erklären kann. Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit am vergangenen Wochenende hatte ja eigentlich reibungslos funktioniert… Mich veranlasst dieser Vorfall dazu, mir mal über die Zeitumstellung Gedanken zu machen.

Zuerst mal die harten Fakten: Die Regeln: die Umstellung auf Sommerzeit erfolgt immer am letzten Wochenende im März, auf Winterzeit am letzten Wochenende im Oktober und zwar immer in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen zwei und drei Uhr.

Die „Normalzeit“, also die, die in Ländern ohne Zeitumstellung immer gilt, ist übrigens die Winterzeit. Die Sommerzeit ist ein Produkt des steigenden Umweltbewußtseins in den 70er Jahren und der Ölkrise 1973: durch die Umstellung sollte das Tageslicht effizienter genutzt und damit Energie gespart werden. Deshalb heißt die Sommerzeit im Englischen auch Daylight Saving Time. 1980 wurde sie in Deutschland eingeführt. Das ganze ist sogar in einem eigenen Gesetz geregelt. Heute ist es sogar europaweit vereinheitlicht.

Ganz neu war die Idee allerdings nicht. Kaum zu glauben, aber wahr: der erste, der sich über Zeitumstellung zur „Minimierung von Beleuchtungskosten“ Gedanken machte, war Benjamin Franklin und das bereits im Jahre 1784!! Erstmal eingeführt … … wurde die Sommerzeit dann aber erst 1917. Die Nazis versuchten sogar die Sommerzeit noch zu optimieren, indem sie noch eine sogenannte Hochsommerzeit ergänzten – mehr Arbeitszeit für die Rüstungsindustrie. Das richtige Chaos begann dann in der Nachkriegszeit als das besetzte Westdeutschland die Sommerzeit beibehielt, das sowjetisch besetzte Ostdeutschland aber auf Moskauer Zeit, also zwei Stunden voraus, gesetzt wurde. Das Ergebnis: von 1950 bis 1980 gab es gar keine Sommerzeit mehr.

So lange wie es die Sommerzeit gibt, so lange gibt es auch die Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme. Verschiedenste Studien versuchen zu belegen, dass der Energiespareffekt nicht erreicht wird, u.a. weil zwar abends elektrisches Licht gespart wird, dafür aber an kalten Morgenden die Heizung eingeschaltet wird.

Manchen Menschen bereitet die Zeitumstellung körperliche Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Kreislaufprobleme.

Am Montag nach der Zeitumstellung gibt es statistisch die meisten Unfälle an einem Montagmorgen im Jahr. Wahrscheinlich auch die meisten Verspätungen (dazu habe ich allerdings keine Studie gefunden).

Zudem gibt es auch ganz praktische Probleme. Zum Beispiel bei Nachtschichtarbeit, wo ja dann eine Arbeitsstunde entfällt bzw. hinzukommt, und Bahnfahrplänen.

Und wer hat sich am Samstagabend nicht die Frage gestellt, ob das Handy denn nun automatisch die Zeit aktualisiert?!

Ob die Sommerzeit nun einen praktischen und ökonomische Nutzen hat, kann ich nicht beurteilen. Letztlich hat sie wahrscheinlich – so wie fast alles – ihre Vor- und Nachteile. Persönlicher Nachteil: ich muß wieder im Dunkeln zur Arbeit gehen und am Montagmorgen war ich tatsächlich seeehr müde. Persönlicher Vorteil: ich habe deutlich mehr vom Nachmittag!

Zu guter Letzt noch eine Eselsbrücke für all diejenigen, die sich nie merken können, in welche Richtung die Zeiger umgestellt werden: Im Sommer kommen die Liegestühle vor die Tür, im Winter wieder zurück!

Liebe Grüße, Ruthi

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.