„Woher soll ich blo\u00df meine St\u00e4rke nehmen?“

Morgen beginnt das neue Schuljahr, der Semesterbeginn ist nicht mehr fern und einige starten in die Ausbildung oder stehen schon im Berufsleben.
Jetzt beginnt die Zeit, wo wir wieder vielen Erwartungen entsprechen wollen oder müssen und wir alles richtig machen möchten. Gleich ist uns zudem, dass es dadurch manchmal „zu viel“ wird und wir gar nicht wissen, woher wir die Kraft für die kommende Zeit nehmen sollen!
Man könnte den Kopf in den Sand stecken und sich seinem Schicksal hingeben. Man kann sich fragen, warum schaffen alle anderen das und warum bin ich selbst so schwach. Man könnte daran verzweifeln und die Freude verlieren, die uns eigentlich jeder neue Tag bringen sollte. Tatsächlich passt dazu die Interpretation der diesjährigen Jahreslosung von Martin Hecker. Mein Tipp: Einfach mal reinlesen und schauen, ob du dich da findest…

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
Diese Jahreslosung ist ein Anti-Satz, ein Gegen-Satz zu unserer Leistungsgesellschaft. Bei uns zählt der Starke. Und der Schwache kommt unter die Räder.
Bei uns gilt: Der Stärkere setzt sich durch. „Survival of the Fittest“ – Charles Darwin hat diesen Grundsatz auf den Punkt gebracht.
Und zu diesem Grund-Satz jetzt noch mal Gottes Gegen-Satz: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
Was ist das? Ein Satz für Schwächlinge? Ein Trost für Versager? Ein cooler Spruch für Loser-Typen?
Ist das nicht völlig weltfremd, was diese Jahreslosung da behauptet?
Mag schon sein. Fremd in unserer Welt. Aber zugleich ganz typisch für den Gott der Bibel.
Ausgerechnet eines der kleinsten und schwächsten Völker……seiner Zeit hat er ausgewählt und zu seinem Volk gemacht. Ausgerechnet Israel – zum Segen für die ganze Welt. Jeder Politiker würde den Kopf schütteln.
Dann setzt er permanent auf die falschen Leute. Abraham ist viel zu alt. Mose ist ein steckbrieflich gesuchter Mörder. David ist viel zu klein. Jeremia ist viel zu jung. Jeder Personalchef würde dankend ablehnen.
Und erst, als Gott selbst auf die Welt kommt: Bethlehem statt Jerusalem (oder noch besser Rom). Ein Säugling statt eines starken Mannes. Ein Wanderprediger statt eines Berufspolitikers. Und schließlich, der Gipfel: Ein Kreuz statt eines Thrones. Mit dieser schwachen Figur will Gott die Welt retten? So will er bei uns ankommen? Jeder Marketingexperte würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Aber genau das ist typisch für Gott. Was schwach ist vor der Welt, das erwählt er. Das finden Sie in der Bibel wieder und wieder.
Gott hat eine Schwäche für die Schwachen. Gott hat eine Schwäche für unsere Schwächen. Genau das ist eine seiner großen Stärken.
Das mag weltfremd sein. Deshalb, weil Gott für unsre Welt ein Fremder geworden ist. Aber ich bin überzeugt: Dieser weltfremde Satz hat die Kraft, unsere Welt zu verändern. Und unser Leben.
Wir dürfen unser frommes Leistungsdenken ablegen. Wir dürfen sagen: Gott, ich kann nicht mehr. Vor Gott müssen wir nicht die frommen Alleskönner spielen. Ganz im Gegenteil: Mit unseren Stärken sind wir so manches Mal Gott eher im Weg. Denn in unseren Stärken ist ja kein Platz für Gott. Da kommen wir ja bestens alleine klar. Meinen wir. Aber in unseren Schwächen – da kann Gott zum Zug kommen. Unsere schwachen Seiten, das sind die Stellen, an denen Jesus wirken will.
Das Reich Gottes wächst, wo wir unsere Schwächen aushalten.
Die Gemeinde Jesu Christi wächst, wenn wir unsere Schwächen ihm hinhalten.
Unser Leben als Christ wächst, wenn wir uns so verhalten, dass wir ihm Platz einräumen, damit er kräftig und mächtig wirken kann.
In unserer Schwacheit – seine Kraft.
In unserm Versagen – seine Hilfe.
In unsrer Schuld – seine Vergebung.
Gott braucht keine Helden. Sondern Menschen, die ihm ihre leeren Hände hinhalten. Wir müssen Gott nichts beweisen. Aber er will sich erweisen – als der Gnädige und Starke und Mächtige. Mitten in unserer Schwachheit.

Zitiert aus
http://www.erf.de/service/predigten/meine-kraft-ist-in-den-schwachen-maechtig-predigt-zur-jahreslosung-2012/117-3264?range=detailDataset
Autor: Martin Hecker.

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