Unsere Konfiarbeit Reflected Folge 1 „Einleitung“

Seit 5 Jahren machen wir die Konfiarbeit nach einem Konzept von zwei Pfarrern aus der westfälischen Kirche, Hans-Ulrich Keßler und Burkhardt Nolte: „Konfis auf Gottsuche.“

Nun hat eine ehemalige Konfirmandin und langjährige Teamerin, Naemi Muñoz Perez, eine Facharbeit im Fach „Evangelische Religion“ über unsere Konfizeit im Speziellen und den Konfirmandenunterricht im Allgemeinen geschrieben. Diese Arbeit werden wir hier weltweit erstveröffentlichen.

Also … Es geht los: 

„Konfis auf Gottsuche“ (Keßler/Nolte): Eine kritische Reflexion des Praxismodells, Naemi Muñoz Perez

1. Einleitung

Die Facharbeit zum Thema „Konfirmandenarbeit“ mit dem Schwerpunkt auf dem von Keßler und Nolte entwickelten Praxismodell „Konfis auf Gottsuche“ ist aus einem persönlichen Interesse an der evangelischen Theologie, sowie meinem Engagement am Konfirmandenunterricht  in der Friedenskirchengemeinde Düsseldorf entstanden.

Seit drei Jahren arbeite ich ehrenamtlich am Unterricht mit und helfe bei der Planung, Vorbereitung und Umsetzung der Einheiten. Als Grundkonzept dient dabei das Praxismodell „Konfis auf Gottsuche“, welches ich im Folgenden vorstellen und beleuchten werde.

Zur Einführung in die Thematik möchte ich die Entstehung und Geschichte des Konfirmandenunterrichts darstellen und die heutigen Bedingungen und Voraussetzungen für das Arbeiten mit Konfirmanden in der EKD/EKiR erarbeiten.

Daraufhin werde ich genauer auf die Theorie Keßlers und Noltes eingehen, ihr Konzept präsentieren, um dann anhand eines Beispiels und einer konkreten Unterrichtseinheit Vor- und Nachteile sowie Stärken und Schwächen des Modells zu erarbeiten.

Gerade im Hinblick auf die Geschichte und Entstehung des Konfirmandenunterrichts möchte ich prüfen, inwiefern sich das Modell bewährt und ob es sich um eine zielorientierte und sinnvolle Unterrichtsreihe handelt.

Die Frage, ob und wie „Konfis auf Gottsuche“ einer zeitgemäßen Konfirmandenarbeit entspricht, ohne dabei den ursprünglichen Sinn und das heutige Verständnis der Konfirmation zu vernachlässigen, soll während der Erarbeitung stets präsent sein.

2. Die Geschichte des Konfirmandenunterrichts

Im Folgenden werde ich die Geschichte der Konfirmation von ihrer Entstehung bis zum 20. Jahrhundert kurz erläutern und wesentliche Aspekte herausarbeiten.

2.1. Entstehung und Entwicklung

Schon lange vor der Reformation im 16. Jahrhundert gab es die Grundzüge der Konfirmation, wie wir sie heute in der evangelischen Kirche kennen. In der Alten Kirche kristallisierte sich der Begriff sacramentum confirmationis, die Firmung, erstmals im Konzil von Orange heraus. Während das Verständnis der Firmung im Laufe der Jahrhunderte weit auseinander ging, blieb der Ursprung in der Taufe erhalten. Zunächst ging der Akt der Taufe, das Reinwaschen der Sünden durch das Wasserbad, Hand in Hand mit der Firmung, der Einverleibung des Heiligen Geistes durch die Salbung und das Handauflegen. Taufe und Firmung folgten in kurzen Zeitabständen aufeinander, beispielsweise um die Osterzeit herum.

Im 13. Jahrhundert verlagerte sich das Firmungsalter auf frühestens sieben Jahre, da einige Theologen die Firmung der Taufe überlegen sahen und dies durch ein Fasten vor dem Sakramentsvollzug, welches eben jenes Mindestalter mit sich zog, für angebracht hielten. Die Unterscheidung von Taufe und Firmung wurde immer deutlicher, doch erst 1439 erklärte das Konzil zu Florenz öffentlich die Firmung zum zweiten Sakrament.[1]  Die Frage, ob das Ritual der Firmung dem Ritual der Taufe überlegen sei oder nicht, blieb weiterhin umstritten.

Im Früh- und Hochmittelalter rückte die Firmung, als Bestätigung der Taufe, welche als Kindertaufe für unzureichend galt, in den Vordergrund. Sie unterstützte und bestätigte „das geistliche Wachstum der Gläubigen. […] Sie setzt[e] einen geistlichen Lebensvorgang, der in der Taufe angefangen hat, schon voraus.“[2] Die Verbindung von Firmung und Eucharistie wurde zum ersten Mal von Bonaventura, einem Franziskanermönch, diskutiert. Sie gehört zusammen mit der Taufe und der Firmung zu den „drei Sakramenten der christlichen Initiation“[3]des katholischen Glaubens.


[1] Vgl. Evangelisches Kirchenlexikon Band 2. G-K,  1371.

[2] Frör, Confirmatio, 15.

[3] Katechismus der Katholischen Kirche. Nr. 1212.

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