Konzeption OGS

Konzept – LebensArt:

Soziales Lernen im Bereich OGS
Unsere Kooperationspartner sind
die Regenbogenschule,
die Kronprinzenschule,
die St. Peter-Schule,
die Sternwartschule

Didaktisch-Methodische Vorüberlegungen
Die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen ist heute durch einen weitgehenden Verlust an Chancen gekennzeich­net, unmittelbare praktische und kommunikative Erfahrungen zu machen, verursacht nicht zuletzt durch die Wirkung des Massenkonsums, der Massenme­dien und der Massenkultur unserer Zeit. Das Konsumdenken, die Vorgabe fertiger Produkte für alle Zwecke führt dazu, dass sich die erste Generation, die mit Internet, Handy und MP3-Player aufwächst, immer weniger konstruktiv mit ihrer Objektwelt auseinandersetzt. Ver­schärft wird diese Entwicklung durch eine nahezu ausschließlich konsumförmig und medial orga­nisierte Freizeitwelt, die unmittelbares Erfahren und Erleben verhindert. Die Bereitschaft sich anzustrengen verkümmert, ebenso wie die Bereitschaft, beziehungsweise die Fähigkeit verant­wortungsbewusst und kooperativ zu handeln, sowie Probleme selbst­ständig zu lösen. Berücksich­tigt man das familiäre Umfeld, die Strukturveränderungen in den Familien von Kindern, ist davon auszugehen, dass in vielen Fällen die häusliche Situa­tion den Kindern nicht die Chancen für sozi­ale Erfahrungen und dabei normorientiertes und wertorientiertes Verhalten bietet.

Lebenskompetenzansatz und Interaktionspädagogik
Vor dem beschriebenen Hintergrund steht im Zentrum der Konzeption Soziales Lernen der Le­benskompetenzansatz, der aus christlicher Motivation heraus die protektiven Faktoren, die sogenannten Schutzfaktoren, er­fasst, die dazu beitragen, dass junge Menschen in ihrem Verantwortungsbewusstsein und in ihrem En­gagement für ihr eigenes Berufs- und Privatleben gestützt und gefördert werden.

Wichtige Lebenskompetenzen sind hierbei:
– Selbstständigkeit und Selbstverantwortung
– Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
– Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz
– Kommunikations-, Kontakt- und Beziehungsfähigkeit

Die Konzeption „LebensArt: Soziales Lernen“ basiert auf der Interaktionspädagogik, deren Schwerpunkt auf der Betrachtung des sozialen Verhaltens des Lernenden liegt.
Interaktion meint hierbei, das wechselseitige aufeinander bezogene Handeln von Lernenden in der Gruppe. Durch die Förderung der allgemeinen sozialen Kompetenzen, der Auseinan­derset­zung mit dem eigenen Erlebten, der Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, der Emphatiefähigkeit, der Stärkung des Ichs und der Sebstverantwortung, soll in der Inter­aktionspä­dagogik das zwischenmenschliche Verhalten verändert beziehungsweise ver­bes­sert werden.

Die wesetlichen Aspekte des Unterrichtskonzeptes sind:
– Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit,
– Orientierungen und Grund­werte durch gelebtes Vorbild der Anleiter vermitteln,
– Respektiert werden als Kind.

Die in den Unterrichtseinheiten verwendeten Spiele schaffen Bereiche, in denen menschli­ches Verhalten in spielerischer Form erlebt werden kann.
Sie geben die Möglichkeit,
– eigenes Verhalten und dessen Wirkung auf andere kennenzulernen
– verschiedene Kommunikati­onsformenbewusst zu erleben,
– Emotionen zu äußern und auf Emotionen anderer angemessen zu reagieren,
– mit Konflikten und Entscheidungen konfrontiert zu werden,
– Rollen und normierte Verhaltensweisen zu beobachten, an sich selber festzustellen und zu ändern,
– Führung und Strukturen zu erleben und gegebenenfalls anzunehmen oder abzubauen.

Das ganzheitliche Training dient, durch die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und der Klassengemeinschaft, zum einen der Gewalt- (und Sucht-)prävention und zum anderen der Erzie­lung besserer Lernergebnisse. Die Trainingseinheiten bestehen aus mehreren Bau­steinen, die in einzelne Bereiche gegliedert sind:
– Kennenlernen und Regeln
– Vertrauen aufbauen
– Entdecken und Fördern der eigenen Fähigkeiten
– Kooperation und Strategie
– Beobachtung, Wahrnehmung und Einfühlung
– Kommunikation – Argumentation – Selbsterfahrung,
– Konfliktraining

Die Wirkung der Spiele, die in den Unterrichteinheiten verwendet werden, ist sehr stark von den Fähigkeiten des Spielleiters abhängig. Jeder Anleiter, der Soziales Lernen unterrichten möchte, sollte deshalb erstens in Fortbildungen schon eigene Spielerfahrungen gemacht ha­ben und zwei­tens in Theorie, Beobachtungsfähigkeit soweit geschult worden sein, dass er/sie fähig ist, Grup­penprozesse differenziert wahrzunehmen. Soziales Lernen sollte aus diesem Grund auch nur doppelt besetzt durchgeführt werden, wobei sich die Kombination aus einer weiblichen und einer männlichen Anleitung in der Vergangenheit bewährt hat. So­ziales Lernen sollte im Idealfall wö­chentlich zweistündig unterrichtet werden.

Das selbstentwickelte Projekt LebensArt umfasst im Rahmen von Sozialem Lernen auf kind­gerechte Weise die Bereiche Kunst & Kultur des Alltags und besteht dabei aus mehreren Zweigen, u.a.
-„Kultur geht durch den Magen“ oder „Die Augen essen mit“:
-„Kochen international – Tischdecken – Essen
-„Von Jute bis Seide“: Textilgestaltung (Batiken, Nähen)
-„Handwerke“: Kreative Arbeiten mit Pappe, Papier, Ton, Wachs, Gips und Holz
-„Musik liegt in der Luft“: Singen und Spielen
-„Märchen und Theater“: Lesen, Schauspielen und Videoaufzeichnungen
-„Spielen“: Ausprobieren, Toben, Bewegen

Der Jugendausschuss der Ev. Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf