Kaffee fasten: Abwarten und Tee trinken

Es war Ende Februar, als auf der Jugendhomepage www.flora2.de in einem Artikel übers Kaffeetrinken festgestellt wurde, dass wir vielleicht alle ein wenig „out watchen“ sollten (Slangdeutsch für „aufpassen“), nicht zu viel Kaffee zu trinken und auf jede Tasse dieses verführerischen Heißgetränkes ein Gläschen Wasser folgen lassen sollten.

Die darauf folgende Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag stellte also die ultimative Herausforderung in Aussicht: Einmal versuchen, 40 Tage auf Kaffee zu verzichten, oder den Konsum zumindest einzuschränken. Das kann man zwar das ganze Jahr über auch machen, aber alles auf der Welt ist irgendwie schöner, wenn es dazu Anlässe oder einen entsprechenden Rahmen gibt.

Warum sollte man also Kaffee fasten?

Kaffee schmeckt phänomenal, macht morgens schön wach, hat seinen festen Platz in unserem Tagesrhythmus und trägt auch irgendwie zur Geselligkeit bei. Zusammen „einen Kaffee trinken“ heißt schließlich so viel wie „sich gut verstehen“. Doch last but not least sind viele süchtig. Süchtig ist ein ungeheuer hartes Wort, dennoch ist es hier angebracht, das merkt man schon, wenn man mal versucht einen einzigen Tag lang auf Kaffee zu verzichten.

Ich stellte mich jedenfalls dieser Herausforderung des Fastens und bekam ganz unterschiedliche Kommentare, ein anstachelndes „Das schaffst du sowieso nicht“, oder ein „Das ist doch total sinnlos“ waren häufiger zu hören. Andere waren begeistert: „Der erste Kaffee danach wird sooo lecker schmecken!“, und wünschten mir viel Glück. Danke dafür!

Wiederum andere verstehen Fasten als eine Art Wette oder einen Handel mit Gott. „Verzichtest du auf dies und jenes, findet Gott das gut und liebt dich ein bisschen mehr“. Das ist natürlich Schwachsinn. Wenn man fastet, dann nur für sich selbst, um mit seinen Gewohnheiten zu brechen und sich dadurch ein Stückchen weiter selbst kennen zu lernen. (Selbstverständlich gibt es da mehrere Auffassungen). Was mir dabei der Kaffee ist, kann natürlich einem anderen die Gummibärchen, die Zigaretten, die Schokolade oder das Bier am Abend sein, ganz egal. Und wenn man scheitert, ist es halt so, als hätte man ein Buch nicht zu Ende gelesen: Man kennt den Inhalt zwar nicht komplett, war an ihm aber auch nicht so wirklich interessiert. Seine Laster zu haben und dazu zu stehen ist schließlich auch eine Form von Stärke und absolut nichts Negatives. Das Buch kann aber auch ganz spannend sein, man kann ja mal unverbindlich den Klappentext lesen 😉

Frohe Ostern!

Euer Fasten-Fino

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