Eine „Zuwanderungs-Geschichte“: Wer bin ich?

Es ist eine Mädchen“ – ruft die Hebamme und hält einen kleinen, winzigen Säugling an ihre Hände. Sie wischt ihm ab und gibt ihm an die kleine, blondhaarige Mutter, die mit blauen, geschwollenen von Schmerz und Tränen Augen beobachtet ihre erstgeborene Tochter mit Stolz und schwer zu verborgene  Freude. Nach die ganze Nacht, die sie im Geburtssaal verbracht hat, kann sie endlich in Ruhe tief einatmen, weil sie weißt, dass ihr Kind ohne Probleme an dieses Welt gekommen ist.
Das kleine Mädchen ist als Katharina N. getauft. Sie wächst, entwickelt sich wie ein durchschnittliches Kind, fängt an zu laufen, spricht ihre erste Wörter aus. Sie lernt diese Welt kennen und genießt einfach ihre Kindheit.
Erst wenn sie in der Pubertätsphase kommt, da sieht sie, dass die ihn umgebene Umwelt nicht so ist wie sie vorher dachte. Erste Gefühle erscheinen: … …Liebe – der Stephan aus 7c, mit dem sie ihres ganzes Leben verbringen will; Enttäuschung und Trauer, weil der Stephan jetzt mit Svenja zusammen ist; aber eine Sache ist für sie die wichtigste – Zugehörigkeit. „Wer bin ich“ ist die Frage, die sie sich am häufigsten stellt.
Erst jetzt bemerkt sie, dass sie außer Deutsch und Englisch (die sie von der Schule kennt) auch fließend Kroatisch sprechen. Ihre Mutter (die aus Kroatien nach Deutschland immigriert hat) hat es ihr beigebracht, und Cevapcici ist ihre beliebteste Speise. Sie erinnert sich, dass ihre Oma (die Mutter des Vaters) hat jede 3 Stunden ihrer Gebetsteppich nach Mekka gerichtet, wie es die Leute in Marokko machen. Und sie stellt fest, dass sie keine „normale“ Deutsche Jugendliche ist.
Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland haben das gleiche Problem. Durch ihrem Körper fließt ausländische Blut und sie leben trotzdem in einem Land, den sie als Heimat beschreiben. Sie sind meistens multilingual erzogen worden und ihre Eltern pflegen häufig ausländische Riten und Sitten. Jedoch viele müssen feststellen, dass in ihrem innen zu einem Konflikt kommt, weil die zwei verschiedene Welten – der von zuhause und der von ihrem täglichen Umwelt – ganz unterschiedlich sind. Und leider viele von ihnen können ihre wahre Identität nicht finden.
Als ein Ausländer in Deutschland hatte (habe?) ich das gleiche Problem. Ich bin im Polen geboren und aufgewachsen und als ich 23 Jahre alt war, kam ich nach Deutschland. Man kann sagen, dass es keine komplizierte Geschichte ist. Es ist aber nicht so einfach, wie es aussieht. Mein Großvater war ein Deutsche, der im 2. Weltkrieg für Wehrmacht gekämpft hat. Meine Uroma stamm aus Sarny, einer Stadt, die in den Zeiten von 2. Weltkrieg sich im Russland befand. Deswegen durch meine Körper fließt 75% polnisches Blut, aber auch das deutsche und russische – 12,5% von jedem. Meine Einreise in Deutschland machte die Sache noch schwerer – ich musste mich an das neues Land, Kultur und Sitten gewöhnen. Viele von dem sind total anders als die im Polen und Gewöhnungszeit war nicht einfach.
Ich musste jedoch fest stellen, dass wenn ich mich in Deutschland befinde, muss ich mich auch hier anpassen. Ich will kein Mensch sein, den jemand kritisieren kann – er ist ein schlecht integrierter Ausländer. Aus Respekt von diesem Land nehme ich manche Verhaltensweisen an, die ich normalerweise nicht akzeptieren konnte – manchmal muss ich manche Sachen „runterschlucken“. Niemand aber kann mich verbieten, mich tief in meinem Herzen wie ein Pole zu fühlen.
Deswegen empfehle ich jeder der das jetzt liest und Probleme mit seinem Identifikation hat: innen kannst Du immer deine eigene Nationalität behalten (welche auch immer sie ist). Aber wenn du im Deutschland lebst, musst Du sich von außen wie einer Deutscher verhalten.
Im Endeffekt – wir sind alle gleich im Gottes Augen…

Viele Grüße,
Richie

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