Der Sinn in Gottes Werken- …aus dem Leben einer Ehrenamtlichen!

Die Menschen gehen immer davon aus, dass alles einen Sinn hat oder haben muss. Dieser Sinn, den man nicht immer gleich versteht oder sieht, wird zur Lebensaufgabe. Gottes Geschöpfe suchen nach ihm, verzweifelt, in dem Glauben, dass der Sinn alles besser und erträglicher machen würde.
Auch ich habe gesucht.
Ich glaube, ich habe ihn gefunden. Den Sinn, der in allem steckt. Der unweigerlich mit jedem Ereignis und Geschehnis zusammenhängen muss. Ich habe ihn gefunden, weil ich verstanden habe. Weil ich erkannt und gesehen und vor allem aber gefühlt habe. Ich habe es erfahren und gelebt und geschwiegen. Ich habe darüber nachgedacht und darüber gelacht, geweint und deswegen gefroren.
Der Sinn, ……der in jeder Sache steckt, ist ein von Gott gegebener Sinn – dachte ich zunächst. Und auch ich habe, wie so viele Menschen schon vor und nach mir, Gott gefragt: Warum? Warum machst du solche Dinge mit mir? Warum tust du so etwas? Aus welchem Sinn lässt Du das geschehen?
Diese Fragen sind völlig menschlich und jeder stellt sie früher oder später in seinem Leben. Ich schätze, nein, ich weiß, dass noch der letzte Atheist einmal Gott fragen wird, warum.
Doch was ich dann eines Tages spürte in meinem Herzen und in meinem Geist, war logischer und ehrlich und wahrhaftiger als alles andere. All diese Fragen an Gott sind unnötig, überflüssig und falsch.
Gott, unser Vater im Himmel, lässt unsere Liebsten nicht sterben. Er lässt keine Flutwelle über das Land schwämmen, weil er uns etwas mitteilen möchte. Er tut all das nicht, weil es irgendwie sinnvoll für ihn erscheint.
Gott, der Allmächtige, in diesem Falle aber der Ohnmächtige würde mir niemals versuchen zu erklären, warum er mir meinen Vater viel zu früh genommen hat. Er würde sich nicht rechtfertigen und erwarten, dass ich verstehe und akzeptiere, dass ich denke „Ach so, lieber Gott, wenn das der tiefere Sinn im Tod meines Vaters ist, dann…“ Nein. Das möchte Gott nicht.
Es geschieht. Und auch Gott muss geschehen lassen. Er muss dem Leben und dem fortwährenden Kreislauf von Geburt und Sterben, dem Wundervollen, was er selbst geschaffen, die Möglichkeit des Weiterlaufens lassen.
Doch wenn wir dann fallen, weil Gottes Lebenswerk uns etwas genommen hat, was wir lieben, dann ist Gott da. Und er ist da, als Sinn im Ganzen. Und wenn du erkennst, dass Gott der Sinn deines Lebens ist, der Sinn in Tod und Unheil, der Sinn in Liebe und Glück, erst dann kannst du abschließen und vielleicht auch akzeptieren, ohne das schreckliche Geschehen gut zu heißen. Aber es hilft doch, wenn es um das Heilen der Wunden geht.
Das aller schönste Gefühl, was ich aus dieser Erkenntnis mitgebracht habe, ist die Sicherheit, dass ich Gott, meinem barmherzigen und liebevollen Gott, keine vorwurfsvollen Fragen stellen muss. Ich muss nicht mit dem Gedanken einschlafen, dass der Allmächtige mir meinen Vater genommen hat. Ich kann mit dem Gedanken einschlafen, dass der Allmächtige bei meinem Vater ist. Und in meinem Herzen, als Kraft, die mir hilft, zu verzeihen, zu heilen und zu lieben.
Knapp zwei Jahre nach dem Tod meines Vaters habe ich es verstanden, gefühlt, gelebt und aufgeschrieben. Das, was mir geholfen hat, abzuschließen mit Trauer und überzugehen in die Möglichkeit zu erinnern, zu lachen, und auch zu weinen, aber immer mit einem Feuer in meinem Herzen, welches, da bin ich mir sicher, mein Vater Gott aufgetragen hat zu entfachen.

Eure Naemi

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Eine Antwort auf Der Sinn in Gottes Werken- …aus dem Leben einer Ehrenamtlichen!

  1. Ruthi sagt:

    Emi, du bist einfach die Beste!

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