„Mein Schatz“: Kirchentag in Dresden- WIR KOMMEN…und laden DICH zum Vortreffen ein!

Vortreffen für den Kirchentag am Mittwoch, den 25.05., um 18.30 Uhr in der Friedenskirche!
Wir bereiten gerade in der Flora den 25.5., das Vortreffen für den Kirchentag vor. Dazu gehört auch ein Gottesdienst, und in dem soll es um das Motto des Kirchentages gehen:
Denn wo dein Schatz ist, wird auch dein Herz sein.

Das ist aus der „Bergpredigt“, quasi dem Parteiprogramm von Jesus. Ich zitiere aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 5:
Sammelt keine Schätze hier auf der Erde!
Denn ihr müsst damit rechnen,
dass Motten und Rost sie zerfressen oder Einbrecher sie stehlen.
Sammelt lieber Schätze bei Gott.
Denn wo dein Schatz ist,
da wird auch dein Herz sein.
Das klingt gut. Aber wie sieht das im Alltag aus? Wir haben zu zweit / zu dritt überlegt wie folgende Situationen ausgehen könnten:
1. Die Erinnerungstasse
• Du hast in Deinem Zimmer ein Tasse, ein wichtiges Erinnerungsstück aus einem Urlaub. Deine Mutter meinte, es wäre mal wieder Zeit, Staub zu wischen. Nachdem Du auf den Hinweis nicht schnell genug reagierst, wischt sie Staub; Deine Tasse fällt dabei runter und zersplittert. Deine Mutter sagt, Du sollst Dich nicht so anstellen und keine Schätze auf Erden sammeln.
2. Das neue Auto
• Du hast endlich ein eigenes Auto. Lange hast Du gespart und führst es auf dem Parkplatz vor der Kirche stolz Deinen FreundInnen vor. Einer will sich mit seinem Starbucksbecher in der Hand reinsetzen und verschüttet seinen Milchkaffee komplett auf dem Fahrersitz. Wie reagierst Du?
3. Die Chance des Lebens
• Dein bester Freund / beste Freundin möchte den gleichen Lehrberuf machen wie Du. Zufällig erfährst Du als einziger von einer super Lehrstelle. Für Dich ein Sechser im Lotto und eine gute Basis für Deine berufliche Zukunft. Sagst Du Deinem Freund / Deiner Freundin Bescheid?
Wenn man den Spruch von Jesus aus der Bibel wörtlich nimmt, dann hätte man jedes Mal sagen können: „Ach! Auto, Tasse, Lehrstelle – das sind alles nur materielle Werte. Was wirklich zählt ist meine Freundschaft / meine Familie.“
Die kleinen Anspiele, die die Zweiergruppen vorbereitet hatten, gingen aber ganz anders aus. Auch das neue Auto kann einem nämlich ganz schön wichtig sein, und die Erinnerungstasse sowieso. Und über die Lehrstelle, da haben wir nachher noch sehr lange geredet.
Und das Fazit? Es gibt kein schwarz/weiß.

Man kann nicht sagen:
• materielle Dinge = Rost, Motten = nicht gut.
• nicht-materielle Sachen = Schätze im Himmel / bei Gott = gut.

Das ist falsch gerechnet. Die „Tochter“ im Fall eins war nämlich ziemlich wütend. Wegen der Tasse , aber vor allem, weil sie sich von ihrer „Mutter“ nicht ernst genommen fühlte. Es ging um die Beziehung. Die „Mutter“ in Fall der Tasse hat dann vorgeschlagen, eine neue Tasse zu kaufen mit einem Foto aus dem Urlaub. Am Ende dieser Geschichte gab es also eine Lösung, die „Mutter“ und „Tochter“ näher gebracht hat. Beide werden sich immer an diese Versöhnung erinnern, wenn sie die neue Tasse sehen. Beide werden sich wahrscheinlich auch in Zukunft über das Staubwischen streiten. Aber durch die Versöhnung haben sie jetzt einen „Schatz im Himmel.“ Sie sind sich näher gekommen. Solche Schätze sollen wir sammeln, sagt Jesus. Und dabei kann einem trotzdem (oder gerade deswegen) das neue Auto ganz wichtig sein, auch wenn es irgendwann vom „Rost zerfressen wird.“

Christoph Sterl

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2 Antworten auf „Mein Schatz“: Kirchentag in Dresden- WIR KOMMEN…und laden DICH zum Vortreffen ein!

  1. Stefan Wehmeier sagt:

    „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.“

    Jesus von Nazareth

    „Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut.“

    Silvio Gesell

    „The greatest tragedy in mankind’s entire history may be the hijacking of morality by religion.“

    Arthur C. Clarke

    Die Aussagen von wahren Genies bleiben für gewöhnliche Menschen unverständlich, und selbst den Gelehrten und ernsthaften Studenten können sie nur mit Mühe sinnhaftig werden.

  2. Es ist wohl wahr, dass viele Aussagen unverständlich bleiben. Mitunter liegt das auch an der Weigerung von „Genies“ sich verständlich auszudrücken…
    Zumindest im Fall des biblischen Zeugnisses von Jesus kommt es allerdings auf den Zusammenhang von Verstehen und Leben an. Wer das Christentum „verstehen“ will, sollte gleichzeitig auch versuchen, es zu leben. (Das scheint bei Silvio Gesell auch nicht anders gewesen zu sein).
    Der Zusammenhang von Moral und Religion sollte man m.E. diskutieren und offenhalten. Sicher ist für mich nur, dass die evangelische Ethik im Rückgriff auf ihr Verständnis der Bibel die Letztbegründung von Moral nicht im Sinne eines „Gott will es so“ sieht.

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