„Das finde ich gut, dass die Kirche das mit euch macht!“ – Hilfe1 in Flora2

Es war ein sonniger Samstag. Ich stand am Supermarkt an der Kasse, hatte grade 18 Tiefkühlpizzen aufs Band gelegt und bot daher viel Angriffsfläche für flüchtige Konversation. Der Mann vor mir sprach mich an: „Naaa? Heute Abend Fußball gucken mit den Jungs?“. Die Antwort überraschte ihn. „Nein, ganz und gar nicht. Ich arbeite mit Freunden ehrenamtlich in der Kirche und wir machen grade einen Erste-Hilfe-Kurs, um uns auf unsere Jugendfreizeiten vorzubereiten“. Er entgegnete: „Ich habe mit der Kirche echt nicht viel am Hut, aber das finde ich gut, dass die Kirche das mit euch macht!“.
Und gut finden wir das auch! Letzten Samstag haben wir uns als Gruppe von 15 Mitarbeitern aus Friedens- und Lutherkirchengemeinde in erster Hilfe fortgebildet. Einige haben zwar schon den einen oder anderen Erste-Hilfe-Kurs absolviert und waren nur zum Auffrischen da, andere stehen grade vor ihrem Führerschein und hatten somit gleich doppelten Nutzen. Besonders das regelmäßige Auffrischen ist in Erster Hilfe besonders wichtig, da kluge Lehrrettungsassistenten und Mediziner regelmäßig Neuerungen zu Tage fördern, die die Tricks und Kniffe, welche man als Ersthelfer können sollte einfacher und effektiver gestalten. …… So bekamen wir also an den zwei Tagen, die wir mit unserer DRK-Ausbilderin Frederike verbrachten, nicht die stabile Seitenlage beigebracht, sondern die neue Recovery Position, die deutlich einfacher und zudem noch schonender für die Arme des Betroffenen ist. Auch in der Königsdisziplin der Sanitäter, der Reanimation, haben sich in die Richtlinien geändert, heutzutage darf es ruhig etwas fester und schneller zugehen als noch vor 2 Jahren, „Lass Knacken“ und „Drücken, bis der Arzt kommt“ lauten hier die Devisen. Doch bei allen vorerst befremdlichen (gestellten) Bildern von Verwundeten und bei allen Horrorgeschichten über Volumenmangelschocks und Kälteverbrennungen kam der Spaß niemals zu kurz. Sogar zwischen Herzinfarkt und Schlaganfall hatte niemand Grund, die Mundwinkel hängen zu lassen, erst recht nicht, wenn man einen aus einem Handschuh gebastelten Trösterelefanten geschenkt bekommt! Und wie der Anfang des Artikels vermuten lässt, war für unser eigenes leibliches Wohl auch gesorgt.
Wenn also, was wir nicht hoffen, auf kommenden Freizeiten etwas passiert, sind wir stets vorbereitet, das erste Glied der Rettungskette zu schwingen, ein kleiner HELD zu sein (Hilfe rufen, Ermutigen und trösten, Lebenswichtige Funktionen kontrollieren und Decke drüber) und können bis dahin die Sonne genießen, selbstverständlich immer gut eingecremt, mit einer Kopfbedeckung ausgestattet und mit genug Wasser in der Tasche, denn sonst drohen Sonnenstich und Hitzschlag und man benötigt selbst einen Helfer 😉

Euer Fino

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